Montag, 9. März 2026

Goa 🇮🇳 (+ Istanbul 🇹🇷 & Baku 🇦🇿). Februar '26

 
 
Der Januar in Berlin war ja mal richtig kalt, also geht's im Februar nach 'nem Winterurlaub - Abstecher in Tschechien in den 33 Grad warmen indischen Bundesstaat Goa. Steffi, eine Freundin von mir arbeitet dort jetzt im "Animal Rescue Center" und meinte, ich solle doch mal vorbei kommen. Na das ist doch mal ein Plan. Zudem verriet sie mir noch den "Life Hack", dass eh schon viel zu billige Flüge noch billiger werden, wenn man Stopover in Istanbul oder Baku macht. Wenn ich dort sowieso umsteigen muss, kann ich die beiden Städte ja auch noch ein bisschen unsicher machen. Istanbul auf dem Hinflug, Baku dann rückzu. Sowohl für Indien, als auch für Aserbaidschan musste ich übrigens Visa besorgen, was allerdings kein Problem war. "Einfach" online beantragen, 23,- € bzw. 26,- €  bezahlen und innerhalb von 2 bzw. 4 Tagen waren sie im Mail-Postfach. 

9.2.2026 Berlin - Istanbul

Echt unglaublich, dass man für gerade mal 54,- € bis nach Istanbul fliegt. Der halbe Flieger war voller Leute, die weiter nach Russland fliegen, da das derzeit der unkomplizierteste Weg ist, um dort hin zu kommen. Mit der Metro vom Flughafen zum Hostel hat gefühlt fast genauso lange gedauert, wie der Flug. Diese Stadt ist einfach unglaublich groß. Leider hab ich im U-Bahn-Tunnel nichts von der Stadt gesehen und bin dann im Hostel auch gleich ins Bett.

10.2.2026 Istanbul 🇹🇷 

Mehr, als 20 km bin ich durch die Stadt gelaufen. Einfach vom Hostel im Bezirk Fatih los. Über den Markt, nach Galata, nach Besiktas und mit der Fähre über den Bosporus rüber nach Üsküdar auf der asiatischen Seite. Ich empfinde alles viel entspannter, als erwartet und als jede größere Stadt in Marokko, in der ich im Dezember war. Dann ging es noch ein paar km durch untouristische Gegenden bis zu 'ner Station des Metrobüs. Das ist ein Bus, der alle paar Sekunden auf der 12-spurigen Stadtautobahn auf 'ner Extraspur und damit am Stau vorbei düst. Mit dem fuhr ich dann wieder zurück auf die europäische Seite. Diesmal über die Brücke.

11.2.2026 Istanbul 🇹🇷 

Nach den 20 km Laufen durch Istanbul gestern, hatte ich da heute nicht mehr viel Bock drauf. Also erstmal mit Tram zur Fähre, mit Fähre nach Kadiköy auf der asiatischen Seite. Während auf der europäischen vorwiegend Schmuck, Taschen, Teppiche, Gewürze und Instrumente verkauft werden, handelt man auf der asiatischen Seite eher mit Klamotten. Insbesondere Brautkleider. Außerdem fährt hier 'ne alte in Ostdeutschland ausgemusterte Gotha Straßenbahn im Kreis. Nach 2 Stationen war leider Schluss für mich, weil irgendwas an der Strecke kaputt war. Also doch wieder latschen. Und zwar zum Metrobüs. An der Bosporusbrücke nochmal versuchen Fotos zu machen und dann 1 Stunde mit der Metro weiter zum Flughafen am Rande der Stadt fahren. Und weiter geht's nach Indien, erstmal nach Mumbai.

Katzen-Content wollte ich eigentlich mehr machen. Aber da ich ja wenig gelaufen bin, sind mir heute auch weniger Katzen begegnet. Gestern waren es bestimmt 100 oder mehr. 

12.2.2026 Istanbul - Mumbai - Goa 🇮🇳 

Nach mitteleuropäischer Zeit bin ich gegen 1:30 in Mumbai gelandet und so habe ich mich auch gefühlt. Mitten in ein anderes Klima geschmissen, mitten in eine andere Kultur, mitten in der Nacht. Also wollte ich alles erstmal langsam angehen lassen. Geld abheben war problemlos, SIM-Karten hätte es wohl komischerweise nur vor dem Zoll gegeben. In Europa findet man Telefonshops an jeder Ecke, hier gar nicht. Also später. 
Von Terminal 2 zu Terminal 1 (von wo es weiter geht) soll es einen Shuttle Bus geben, den ich aber nicht gefunden habe. 2 Stationen mit der Metro tun es auch. Inkl. Sicherheitscheck am U-Bahnhof, wie am Flughafen. 
Eigentlich war der Plan, rauszufinden wo Terminal 1 ist, dort etwas zu chillen und dann mit der Metro nochmal ein wenig in die Stadt zu fahren, da der Anschlussflug erst am Nachmittag ging. Allerdings kommt man aufgrund weiterer mehrerer Sicherheitschecks nicht mehr aus dem Terminal raus, wenn man einmal eingecheckt hat. Also durfte ich dann viiiel Zeit im Terminal tot schlagen.
19:00 Ankunft in Goa-Dabolim. Steffi hatte mir 'nen Fahrer besorgt, der mich nochmal 90 Minuten nach Rajbag fuhr. 'Nen Motorroller werde ich mir bestimmt ausleihen, aber auf gaaaar keinen Fall werde ich hier im Dunkeln fahren. 
Noch 2 Begrüßungsbier auf der Dachterrasse bei 30 Grad unter Palmen trinken und erstmal von den Strapazen der Reise erholen und den Jetlag verarbeiten . 

13.2.2026 Rajbag, Goa / Indien 

Morgens bin ich mit meinen 2 Gastgebern aus Berlin (früher Gera) und 2 weiteren Geraern (oder Gerschen?) Gästen erstmal irgendwo frühstücken gegangen und dann endlich an den Strand. 3 Strände auf 4 km abgeklappert und stundenlang im Pisswarmen Wasser geblieben. Yeah. 
Zum Sonnenuntergang Cocktails trinken, Pizza essen gehen und den Abend auf der Dachterrasse ausklingen lassen. 
Alles ist hier so spottbillig. Gleichzeitig habe ich gerade deshalb ein schlechtes Gewissen und frage mich, ob ich die Leute ausbeute (auf jeden Fall) oder andererseits zumindest etwas von dem zurück gebe, was wir "Westler" ihnen geklaut haben (auf jedem Fall auch). Alles ist hier so preiswert, dass man einfach ein schlechtes Gewissen haben MUSS. Bei vielen Dienstleistungen, die wir von Einheimischen in Anspruch nehmen (Restaurant, Taxi, ...) geben wir ca. 25 % Trinkgeld und es fühlt sich immer noch falsch an. Gleichzeitig hat Goa gerade wegen uns modernen "Wirtschafts - Kolonialisten" innerhalb Indiens den höchsten Lebensstandard, so dass auch viele Inder innerhalb des Landes hierher emigrieren.

14.2.2026 Rajbag, Goa / Indien 

Nach zu wenig Schlaf sollte es 8:00 schon zum "Animal rescue center (ARC)" gehen. Vorher wurde mir noch mein eigener Miet- Motorroller direkt zur Tür geliefert und so kam ich in den Genuss, zur Rush hour mich selbstständig durch den Linksverkehr zu kämpfen.
Im "Animal rescue center" sind wir mit einigen Hunden ausgelaufen und ein paar Hunde wurden gewaschen. Dann Essen gehen, ewig in Palolem am Strand und im Wasser abhängen. Yeah. Genau dazu bin ich hier. 
Noch Party in 'ner Strandbar in Patnem und Absacker auf der Dachterrasse. Ich glaube, spannender wird es diesmal nicht. Und das ist auch gut so. 
Ne SIM-Karte und was zu essen habe ich immer noch geschafft, mir zu besorgen. Das Leben ist aber auch echt stressig hier. 

15.2.2026 Rajbag, Talpona, Chaudi / Goa

Morgens sind wir wieder zu fünft mit Rollern los. Diesmal nach Talpona zum Strand, um dort wieder mehr oder weniger erfolglos zu versuchen zu surfen. 
Später hatte ich tatsächlich mal unverplante Zeit und hab mich ohne Begleitung in den Verkehr zur nächstgrößeren Stadt Chaudi gestürzt, mal ne SIM-Karte und Obst besorgt. 
Abends war Pizza- und Kino-Abend auf unserer Dachterrasse.

16.2.2026 Rajbag, Patnem Beach / Goa

Heute hingen wir ganz schön durch und haben einfach den ganzen Tag in Patnem am Strand vergammelt, aber ganz viele Pläne für die nächsten Tage gemacht. Mal gucken, wie viel wir davon wirklich umsetzen. 
Lufttemperatur sind übrigens 35°C, Wassertemperatur 28°C.

17.2.2026 Rajbag / Goa
 
Heute muss ein wichtiger Feiertag gewesen sein. Wohl "Kelyanchi Jatrotsav", auch bekannt, als "Bananenstauden-Festival". Schon 7:30 morgens fand eine Prozession zum Strand statt und alle Einheimischen versuchten endlos, Bananen, Räucherstäbchen und Geld zu spenden. Unzählige Bananen wurden in's Meer geworfen und von anderen Leuten eifrig eingesammelt.
 
Nachdem wir noch auf dem Meer durch die Wellen Kajak fahren waren, am Strand abgehangen und Souvenirs shoppen waren, waren wir bei Nachbarn zum Essen eingeladen. Das war irgendwie eine sehr seltsame Situation. 6 "Weiße" wurden von der Familie bewirtet, während die Familie selbst nicht mit am Tisch saß. Direkt von dort ging es noch zum Bürgermeister, wo gefühlt das ganze Dorf ebenfalls bewirtet wurde. Dort waren wir wiederum die einzigen "Weißen". 
 
Kurz vor Mitternacht fand im Tempel dann zum Abschluss noch eine Theater Vorführung statt. 

18.2.2026 Rajbag & Agonda / Goa
 
Nach Fahrt zum Geldautomaten und Supermarkt wurde mal der 12 km entfernte Strand in Agonda getestet (und für gut befunden). Sonst nix.

19.2.2026 Rajbag, Monem, Patnem / Goa 

Pläne sind dazu da, geändert zu werden: Plan A war, einen Kochkurs zu machen. Der Termin wurde aber irgendwie verpeilt. Plan B war, dekadent an 'nem Hotelpool rum zu hängen, aber der wurde gerade gesäubert. 
 

Also sind wir spontan auf unsere Motorroller gesprungen und 20 km mit krassen Ausblicken landeinwärts in den Dschungel zu 'nem Pool gefahren. 
An einer 23 m hohen Statue von Lord Shri Ram (die leider gerade rekonstruiert wird) sind wir auch noch vorbei gekommen.
Irgendwann eine hektische Fahrt zurück zu 'nem libanesischen Restaurant, bevor es Siesta macht. 
Yoga - Schnupperstunde auf der Dachterrasse der Unterkunft. Ganz interessant, aber wird bestimmt nicht meins. Nochmal Strandspaziergang und Geburtstag von irgendwelchen Bekannten in 'ner Strandbar feiern. Echt Freizeitstress. 

20.2.2026 Rajbag, Palolem / Goa

Die gestern abgesagt Kochschule haben wir heute nachgeholt. Wirklich gut, da mal Input zu bekommen. Lecker war es selbstverständlich auch. Vermutlich werde ich aber leider das meiste gelernte in wenigen Tagen wieder vergessen haben. Auf jeden Fall war das einmal eine Gelegenheit, mit Einheimischen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Bzw. sogar anders herum, als Lernender. 
Dann kam ich am Strand endlich mal zum Lesen und chillen und am Abend musste uns mein Berliner Campingplatz-Nachbar Alex leider in Richtung Deutschland verlassen 😢

21.2.2025 Rajbag, Chaudi, Patnem / Goa 🇮🇳 

Endlich bin ich mal morgens mit 'nem Fahrrad zum Strand gefahren. Sonst nimmt man hier meistens automatisch den Motorroller für jeden Meter. 
 
Weil heute Samstag ist, ist in der nächstgrößeren Stadt Chaudi Gemüsemarkt. 
Montag will ich mal die Erfahrung machen, Zug zu fahren, also bin ich noch zum Bahnhof, um herauszufinden, wie und wann ein Zug fährt.
Den Rest des Tages haben wir mal wieder am Strand rumgehangen und Gregor und Jule verlassen uns heute leider auch Richtung Berlin.

22.2.2026 Rajbag, Galgibag, Mallikarjun Tempel

Jetzt, wo alle anderen Berliner Gäste weg sind, bin ich auf mich allein gestellt. Auch mal schön, keine Pläne zu haben und mich mit niemandem abzustimmen. 
Kurz überlegen, was ich alles noch so vor habe und feststellen, dass ich davon ja 1-2 Sachen direkt machen könnte. Erste Idee war, es mit Fahrrad zu tun, aber wenn schon "Punkt 1" 10 km entfernt ist, geht's mit Motorroller doch entspannter. 
Erstmal zum "Turtle beach", um festzustellen, dass man Turtles, wenn überhaupt, nur früh morgens oder spät abends zu sehen bekommt. Schön und entspannt war der Strand trotzdem.
Dann bin ich noch einmal die Straße am Talpona Fluss entlang gefahren, wo wir vor ein paar Tagen schon mal waren. Diesmal aber in meinem eigenen Tempo mit vielen Pausen zum genießen und fotografieren. 
Auf einem Schrottplatz fand ich später noch ein indisches Kfz-Kennzeichen für meine Sammlung. Andere kaufen ihre Souvenirs am Strand, ich hole sie vom Schrottplatz. Ein Asterix Comic auf Hindi für mich kam heute zusätzlich noch per Post.
Zum Schluss ging es noch zum "Mallikarjun Tempel". Ich hatte extra lange Hosen an und ein Hemd, welches meine Schultern bedeckt. Aber kurzärmelig darf man trotzdem nicht rein. Außerdem fand gerade eine Hochzeit statt, bei der ich mich sowieso fehl am Platze gefühlt hätte. 
Swastikas findet man hier übrigens immer und überall. Diese werden aber wirklich ausschließlich als religiöse Sonnensymbole benutzt. Der spätere Missbrauch durch die Nazis hat hier keinerlei Bedeutung. 

23.2.2026 Rajbag - Anjuna / Goa 🇮🇳  🚉🚌

Damit ich von Indien nicht nur den einen Strand sehe, fahre ich mal 90 km nach Nord-Goa an einen anderen Strand. Dabei habe ich mich in den öffentlichen Verkehr gestürzt und Bus und Bahn ausprobiert. 
8:48 sollte ein Zug nach Margao, die District-Hauptstadt von Süd-Goa fahren. Mit ca. 30 Minuten Verspätung kam der Zug. Entgegen den Klischees, die man über indische Züge hört, war er erstaunlich leer. 
Für 35 km waren 58 Minuten geplant, geworden sind es dann 70, gekostet hat der Spaß 35 Cent. War ne gute Erfahrung, aber rückzu nehme ich den Bus. Der ist zuverlässiger und schneller und fährt öfter.
Da Margao nicht am Meer liegt, ist es hier sehr untouristisch. Direkt am Bahnhof versammelt sich auch ganz schön viel Elend. Irgendwie tut es aber gut, mal aus der "Touristen-Blase" rauszukommen. 
Mit TukTuk ging es von dort zum Busbahnhof. 
Der Express-Bus in die Goanische Hauptstadt Panjabi fährt von dort ohne Unterwegshalt durch. Einen Fahrplan gibt es nicht. Sobald alle Sitzplätze besetzt sind, fährt er los. In Panjabi musste ich ein weiteres Mal umsteigen, nach Mapusa. Trotzdem der Busbahnhof riesig und unübersichtlich ist, wird einem ungefragt geholfen, den richtigen Bus zu finden. Da die Beschriftung der Busse meist nur in einheimischer Devanagari-Schrift ist, hätte ich alleine den richtigen Bus vermutlich kaum gefunden. Jedenfalls ging es hier auch schon nach wenigen Minuten weiter.
In Mapusa hat mir übrigens Open Street Maps ziemlich genau angezeigt, wo im Busbahnhof die Busse nach Anjuna halten. Diesmal hatte ich sogar noch Zeit für einen Snack, aber nach ca. 15 Minuten hatte ich diesen Teil auch gemeistert. Jetzt, wo ich weiß, wie der Hase läuft, kann ich mir ja auf der Rückreise mehr Zeit lassen und unterwegs die Orte etwas begutachten, falls mir danach ist. 
Die 3 Städte reichen mir allerdings von Größe und Chaos vollkommen aus. Nen Zwischenstopp in Mumbai auf dem Rückweg nach Europa brauche ich nicht wirklich. 
Für die 90 km von Rajbag nach Anjuna habe ich insgesamt 5 Stunden gebraucht, 3,30 € bezahlt (davon 2,- € für das TukTuk in Margao vom Bahnhof zum Busbahnhof).
Bei meiner gebuchten Unterkunft in Anjuna habe ich erst beim Bezahlen gemerkt, dass der Preis von 12,- € nicht pro Nacht sondern für alle 3 Nächte hier zusammen ist. Da hätte ich ja durchaus auch was besseres buchen können.
Der Strand ist hier zwar viel voller und zugebauter, dafür sind hier zu über 90 % Inder als Urlauber. Irgendwie fühlt sich das besser an, als nur unter "Weißen". Damit sind meine Gewissensbisse ein kleines bisschen weniger. 
In fast allen Bars am Strand wird Abends überlaute elektronische Musik, für die der Name Goa ja bekannt ist, gespielt.
Trotz extrem nervendem Mitbewohner ist es irgendwie schon ziemlich geil, hier nur 150 Meter vom Strand entfernt zu sein, statt wie sonst 1 km. 
Letzter move des Tages: Strand und morgen früh bestimmt auch der Erste.

24.2.2026 Anjuna, Vagator, Chapora /Nord-Goa 🇮🇳 13 km 🚶

Direkt vor meiner Unterkunft befindet sich ein Frisör. Das habe ich mal als Zeichen genommen, mir noch vor dem Frühstück endlich wieder standesgemäß einen Iro schneiden zu lassen. Vermutlich war ich heute zum ersten Mal bei einem Frisör, seit ich 1993 angefangen habe, mir selbst Iros zu schneiden.

Dann wollte ich mal zu einem Aussichtspunkt auf einem Berg in der Nähe laufen. Daraus sind dann im Laufe des Tages insgesamt 13 km geworden. Weiter zum nächsten Strand in Vagator. Dort war ich wirklich der einzige "Weiße". Aber dadurch DAS gefundene Opfer für alle Verkäuferinnen (sind hier alles Frauen. Männer bieten eher Taxi- und Bootsfahrten etc. an.). War mir dann irgendwie auch wieder nicht Recht. War irgendwie auch krass, wie eine Verkäuferin das Geld geküsst und Gott gedankt hat, nachdem ich ihr ein Armband, welches ich nicht brauche für 3,50 € abgekauft habe. 

Ich vermute, die meisten Inder hier kommen aus Mumbai. Und während Europäer es in Süd Goa praktisch finden, überall hin mit Motorroller oder TukTuk zu fahren, müssen die Mumbaier hier "natürlich" mit ihren fetten Autos protzen.   

Am nächsten Strand chillen und Gerald Pochops "Untergrund war Strategie" lesen und irgendwann wieder zurück Richtung meiner Unterkunft laufen. Ich hätte ja auch gerne einen Bus genommen, aber der hat mich erst kurz vor dem Ziel überholt. Da muss ich gestern also wohl viel Glück gehabt haben, dass gerade einer kam, als ich ihn brauchte. 

25.2.2026 Anjuna / Nord-Goa 🇮🇳 

Nach Frühstück und morgendlichem Bad im Meer ging ich zu dem sagenumwobenen Anjuna-Mittwochs-Flohmarkt, der ja der eigentliche Anlass meiner Fahrt hierher nach Anjuna war. Eigentlich war er ziemlich entspannt, aber nach einer Stunde hatte ich dann doch genug. 
15:30 spielte in einer Bar eine Band, die sich "Overdrive" nannte. Bei dem Namen hätte ich allerdings mehr erwartet, als langsame "U2" Songs noch weinerlicher zu covern, als im Original und Steve Wonder und so. Weinerliche John Lennon Songs durften natürlich auch nicht fehlen. Abgesehen davon, zog die Band fast ausschließlich alte weiße Männer an und das hat mich wirklich nicht animiert, mich dazu zu gesellen. 

26.2.2026 Anjuna -Rajbag 🚌

Kurz vor 8:00 bin ich zur Bushaltestelle aufgebrochen. Mein Plan war, bis zu 30 Minuten auf einen Bus zu warten und wenn keiner kommt, ein Moto-Taxi zu nehmen. Aber direkt, als ich ankam, wollte gerade ein Bus losfahren und sammelte mich noch ein. 
Während das Stranddorf Anjuna noch völlig verschlafen war, befand sich die Stadt Mapusa schon mitten in der rush-hour.
 
Dort habe ich mir erstmal ein bisschen Zeit für Frühstück und Sightseeing genommen und weiter ging es wieder mit Bus in Goas Hauptstadt Panaji und später wieder umsteigen und Sightseeing in Margao. Für Einheimische scheint absolut unverständlich, warum man sich in Städten zu Fuß fortbewegt, wo man doch Motorrollers, TukTuk, oder Taxi nehmen könnte. Fahrräder habe ich übrigens in allen 3 Städten nur 1 einziges insgesamt gesehen. 
Vom Canacona Busbahnhof zu meinem Quartier habe ich dann doch für die letzten 2 km ein Motorrad -Taxi genommen. Irgendwie ein ungewöhnliches Gefühl, zu fremden Leuten als Sozius aufzusteigen. 
Abends hat noch eine ganz gute Rockband in einer Strandbar gespielt und wir haben noch bis 2:00 morgens mit der Band weiter gefeiert. 

27.2.2026 Rajbag

Den ganzen Tag habe ich gebraucht, um mich von der gestrigen Party zu erholen. Man wird nicht jünger.

28.2.2026 Rajbag

Den halben Tag habe ich mal wieder im und am Meer genossen. 

Abends waren wir bei Nachbarn zum Essen eingeladen. Keinen Ahnung, wie viele Leute in wie wenig Räumen leben, aber ein Raum ist für religiöse Sachen reserviert. 
Nachts ist hier "Veera Mel" Run. Ein heiliges Ritual, bei dem halbnackte Männer in Trance mit Säbeln im Dunkeln von einem Tempel zum nächsten rennnen. Sie sind angeblich schneller, als das Licht. Niemand darf sich ihnen in den Weg stellen, sonst wird er mit den Säbeln angegriffen. Für alle, die nicht zum "Tribe" gehören ist absolute Ausgangssperre und alle Straßen sind komplett gesperrt, auch die Autobahn und so.
Ab 22:00 wurde auch die Elektrizität komplett abgeschaltet, weil es dunkel sein muss. Wenn trotzdem irgendwo Licht brennt, werden wohl angeblich die  Fensterscheiben eingeschmissen. Uns ist nichts passiert, allerdings haben wir außer der Stromabschaltung auch nichts mitbekommen. Schließlich sind die Männer in Trance ja schneller, als das Licht. 

1.3.2026 Chaudi, Netravali Nationalpark / Goa 🇮🇳 

Morgens habe ich mich mal wieder breitschlagen lassen, im Animal Rescue Center ein paar Hunde-Runden zu laufen. 
Nachdem der nachmittagliche Plan mal wieder verworfen worden war, hab ich mich spontan auf meinen Motorroller geschwungen und bin durch den Netravali Nationalpark zum Neturlem Wasserfall gefahren.
Die Fahrt durch den Dschungel war wirklich atemberaubend.
 
Ob ich allen Tieren hier wirklich begegnen möchte, bin ich mir nicht 100 % sicher. 

Letzte Nacht hat ja der Krieg gegen den Iran begonnen und unter anderem wurden die Flughäfen und Lufträume über Dubai, Katar und Bahrain geschlossen. Die weitaus meisten Flüge von hier nach Europa gehen wohl sonst dort lang und wurden für die nächsten Tage gecancelt. Aus irgendeiner Eingebung heraus habe ich meinen Rückflug über Baku/Aserbaidschan gebucht. Scheint eine sehr gute Idee gewesen zu sein. Ich hoffe, das ändert sich nicht noch bis Donnerstag. 

2.3.2026 Talpona River 🛶🌴, Rajbag, Palolem

Natürlich habe ich es mal wieder erst zur größten Mittagshitze geschafft, zur Kanutour aufzubrechen. Zuerst fuhr ich 3 km flussaufwärts durch atemberaubende Natur. Leider war dann ein Zaun und ich musste umkehren. Ich bin noch ein bisschen in Richtung Meer gepaddelt und insgesamt kam ich auf 11 km in 4 Stunden.
 
Abends war "Open Mic" in Palolem. Vermutlich sind da jede Woche, die gleichen Personen an den Instrumenten und Mikros und es wurde (fast?) ausschließlich gecovert. Beatles, Stones, Doors, Guns'n'Roses usw. Anfangs war es ziemlich öde, aber zum Schluss wurde noch 30-45 Minuten Reggae und Ska gespielt, was mir sehr gefallen hat. 

3.3.2026 Rajbag, Agonda / Goa 🇮🇳 

Nach der Party gestern wurde heute wieder ruhig in den Tag gestartet. Nachmittags haben wir nochmal Bekannte am Strand in Agonda besucht. Immerhin 12 km entfernt. Da sind wir ja nochmal mächtig rum gekommen 😄. Von der Mondfinsternis war wegen Wolken leider nichts zu sehen. 

 
Da laut indischer Rechnung heute der erste Frühlingsvollmond ist, wird ab morgen das "Holi"-Fest (aka "Fest der Farben") gefeiert. Ich bin gespannt. 
Ansonsten ist es heute meine letzte Nacht in Goa und morgen geht's nach Mumbai und dann nach Baku 🇦🇿. Wäre morgen nicht "Holi", hätte ich vermutlich den Zug nach Mumbai genommen. Der soll wirklich gute Ausblicke bieten und komfortabel sein. 

4.3.2026 Agonda - Patnem - Dabolim - Mumbai


Da ich heute Abend ja noch weg fliege, bin ich gleich Mittags zur Holi-Party im "Butterfly Valley". Vorher habe ich mich noch ordentlich mit Farben eingedeckt und kurz nach Ankunft war ich auch schon ordentlich bunt. So bin ich zum Abschluss noch zu meiner ersten Goa-Elektro-Party gekommen, wenn auch mittags, statt die Nacht durch zu machen. 3 Stunden waren wirklich genug für mich. 
Zum Schluss bin ich nochmal nach Patnem am den Strand, mein letztes Geld ausgeben und zum letzten Mal im Meer baden. Und dann unter die Dusche. Aber die Farben gingen trotz Meer und Dusche längst nicht vollständig aus Haut und Haaren. Wird noch eine Weile dauern. 
Eigentlich hätte ich auch gut mit öffentlichem Bus zum Flughafen fahren können, aber da der Taxifahrer von nebenan uns ja 2 x zum Essen eingeladen hatte, fühlte ich mich irgendwie verpflichtet, ihn zu engagieren. 
So fährt er täglich die Touris aus Europa und aller Welt durch die Gegend und hat selbst Indien noch nie in seinem ca. 50-jährigen Leben verlassen. 

Fazit Goa 

Also auf jeden Fall sind Rajbag in Süd-Goa und auch die anderen Stranddörfer, Orte in denen man es gut aushalten kann. Meer, Sonne, Palmen, ...
Mega war auf jeden Fall auch, dass meine Gastgeberin, Campingplatz-Nachbarin und Freundin Steffi vor Ort so gut vernetzt ist. So hatte ich innerhalb kürzester Zeit einen Mietroller, eine SIM-Karte, Bargeld, Surfbrett, Kanu und Anschluss an alle möglichen Leute und wusste immer, wo was abgeht. 
Apropos Mietroller: Bewegung kam eindeutig zu kurz. Zwar bin ich 2 x Fahrrad und 2 x Kanu gefahren, aber ansonsten wurde quasi jeder Meter mit Motorroller oder TukTuk zurück gelegt. Ich denke mal, meine Kondition ist voll im Eimer. 
Was krass aufstößt, ist die Luftverschmutzung dadurch, dass fast jeglicher Müll täglich verbrannt wird. Abends ist immer ein beißender Geruch in der Luft. 
Dass es sich ungut anfühlt, fast nur unter "reichen Weißen" zu sein und von Einheimischen bedient zu werden, hatte ich ja schon erwähnt. Durch Steffis Business und ihre ehrenamtliche Arbeit im "Animal Rescue Center" konnten wir zumindest gelegentlich auch Einheimischen "auf Augenhöhe" begegnen.
Religion spielt natürlich eine große Rolle. Meistens Hinduismus. Aber nie missionierend und immer tolerant. Eigentlich meist positiv in Form von Festen. Und eigentlich klingt es ja auch ganz positiv, wenn uns erklärt wurde, dass man immer gerne gibt, weil man aufgrund von "Karma" alles 10-fach zurück bekommt. 
Nationalismus und Patriotismus scheint hingegen überhaupt keine Rolle zu spielen. Jedenfalls ist uns das nie begegnet. Abgesehen von blöden Fragen nach dem "verfeindeten" Pakistan bei der Beantragung des Visums und bei der Einreise.
Also insgesamt gibt es auf jeden Fall viele gute Gründe, wieder her zu kommen. 

5.3.2026 Baku 🇦🇿


Hallo aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans am Fuße des Kaukasus-Gebirges. Das ist jetzt die achte Ex-Sowjetrepublik, die ich besuche. 
Von hier sind es jeweils 170 km Luftlinie bis zum Iran (wo gerade Krieg ist) und bis nach Dagestan/Russland (irgendwie auch nicht besser). Aber immerhin ist das derzeit so ziemlich der einzige Flug-Korridor, um von Asien nach Europa zu kommen. Aus irgendeiner Eingebung heraus habe ich bei der Buchung der Flüge diesen Weg, statt über Dubai gewählt, wo derzeit der gesamte Luftraum geschlossen ist. War 'ne gute Idee. Über Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan bin ich vorhin rüber geflogen, aber die bekämpfen sich gerade nur untereinander bzw. gegen ihr eigenes Volk und schießen nicht auf ausländische Flugzeuge. 
Die Hälfte des Weges von Goa nach Berlin hab ich damit geschafft und wenn ich schon mal hier bin, bleibe ich noch 3 Tage und schaue mich mal um, bevor es Sonntag weiter nach Berlin geht. 
Ach so, direkt vom hinduistischen Holi Fest falle ich hier in den Ramadan rein. Aber zumindest tagsüber hat das hier keine Auswirkungen auf das öffentliche Leben. 
Auf jeden Fall ein krasser Kontrast, dieses protzige neureiche Aserbaidschan im Gegensatz zu dem einfachen Leben in Goa. 
Baku macht für mich den Eindruck, als wäre einfach alles nur Fake. Nichts scheint natürlich gewachsen. Vor 1990 ein paar Sowjet-Protzbauten hingestellt und später ein paar Protzbauten, von denen man denkt, dass sie heute angesagt wären. 

6.3.2026 Baku - Sumqayit 🇦🇿 🚅


Mit Regionalbahn bin ich heute für 0,60 € in den Vorort Sumqayit gefahren, welches gleichzeitig die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans ist.
Die Takte der Bahn sind voll auf die arbeitenden Pendler abgestimmt. Es gibt nur Züge am Morgen und am Abend. Zwischen 11:00 und 16:00 fährt nix. Es fahren die Stadler-Kiss-Doppelstockzüge, wie bei uns, nur auf russischer Breitspur. Und sie scheinen auch innen breiter zu sein. Ticketkauf ist denkbar einfach. Man legt beim Einchecken am Startbahnhof seine Bankkarte auf das Drehkreuz und am Zielbahnhof ebenso. Dann wird die errechnete Gebühr für die Strecke abgebucht. Muss man nur halt erstmal drauf kommen, wenn man sich wundert, warum man nirgends Fahrkarten kaufen kann. Aber ein Bahner hat's mir ausführlich auf Russisch erklärt, so dass ich es verstehen konnte. Russisch spricht hier fast jede:r, Englisch ist nicht so angesagt. Aber wenn man mal jemanden gefunden hat, der/die Englisch spricht, dann freuen die sich übelst, es endlich mal anwenden zu können. Aserbaidschanisch und Türkisch sind wohl untereinander verständlich. Das wiederum hilft mir jetzt nicht so viel. 
Ansonsten gibt es ganze 4 Bahnstrecken, die aber nicht täglich bedient werden, daher war es für mich leider nicht möglich, in den Kaukasus zu fahren. Das hätte ich dann vorher planen müssen. Der Zug, der Samstag hin fährt, kommt erst Sonntag zurück und dann würde ich meine Rückflug verpassen 😏. 
Strecken in's Ausland existieren auch generell nicht. Seit COVID sind komplett alle Landgrenzen geschlossen. Scheinbar möchte man niemanden im Land haben, der sich keinen Flug leisten kann 🙄.


Sumqayit ist die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans und eine erst 1949 aus einem Kriegsgefangenenlager heraus gegründete sowjetische Retortenstadt.


Am Meer gibt es mehrere "Gated Communitys" zu denen man keinen Zugang hat. Allerdings sieht auch sonst der Strand nicht so aus, als würde hier im Sommer jemand baden gehen. 


Militarismus und Heldenverehrung von im Krieg gegen Armenien gefallenen Soldaten wird hier ganz groß geschrieben. Vielleicht, weil ein wichtiger Anlass für den Beginn des Krieges der hier 1988 begangene Pogrom an der armenischen Bevölkerung war? 


Führerkult ist natürlich mindestens genauso populär. "Rein zufällig" ist der aktuelle totalitäre Führer Ilham Aliyev, dem der Westen schön Honig um's Maul schmiert, der Sohn des Großen Führers Haydar Aliyev. Kommt mir von irgendwo her bekannt vor. 

7.3.2026 Baku City Circuit 🚴🏎️

Der erste morgendliche Blick geht mal wieder auf "flightradar", um sicher zu gehen, dass der Flugraum über Aserbaidschan noch geöffnet ist. Noch sieht es gut aus und ich hoffe, das bleibt bis mindestens morgen so. 
Der Tagesplan war, mit einem Leihrad die Strecke des "Formel 1" Kurses in Baku abzufahren. Gar nicht so einfach, an manchen Straßenkreuzungen mit Fahrrad der Route zu folgen, insbesondere in Linkskurven. 
Beim Erkunden der Strecke habe ich mich natürlich erstmal ordentlich verfahren und hatte damit schonmal 11 km statt 6 km auf dem Tacho. Die richtige Runde habe ich dann in 23 Minuten absolviert. Natürlich inklusive Ampeln und Gegenwind auf der Zielgeraden. 
Danach bin ich nochmal ca. 8 km zu Orten gefahren, die ich unterwegs entdeckt hatte und dann zu Fuß ebenfalls nochmal 8 km durch die alte City geschlendert. Der zweite Eindruck war übrigens durchweg positiver, als der erste vorgestern. Ich finde es auf jeden Fall immer wieder gut, Städte per Rad zu entdecken. Man kommt dabei einfach mehr rum. 

8.3.2026 Baku - Berlin ✈️


Auch mitten in der Nacht fährt der Airport-Shuttle-Bus pünktlich alle 45 Minuten. 
Die Ausreise und der Flug waren ebenfalls pünktlich und problemlos. Und jetzt ist die Reise auf einmal schon vorbei.
Wenn ich nochmal nach Indien komme, gucke ich mir auf jeden Fall mehr vom Land an und , wenn ich nochmal nach Aserbaidschan komme, den Kaukasus. 




Reisekosten inkl. Visa 686,00 €

  54,00 € Flug Berlin - Istanbul
  13,50 € ÖPNV Istanbul
187,00 € Flug Istanbul - Goa
  23,00 € Visum Indien
  25,00 € Taxi Flughafen Goa Dabolim - Rajbag
  67,00 € Motorroller Miete 18 Tage
    8,10 € Benzin
    3,30 € Zug & Bus & TukTuk Canacona - Anjuna
    2,40 € Bus & Motorrad-Taxi Anjuna - Rajbag
  25,00 € Taxi Rajbag - Flughafen Dabolim
  49,00 € Flug Goa - Mumbai (das nächste Mal würde ich den Zug nehmen, weil es schöner und umweltfreundlicher ist)
  87,00 € Flug Mumbai - Baku
  26,00 € Visum Aserbaidschan 
    6,20 € Öffis Baku
    4,00 € Leihrad Baku
102,50 € Flug Baku - Berlin
 

Preislich war die Reise auch ansonsten wieder voll im Rahmen. 


Für Übernachtungen habe ich im Schnitt unter 10,- € / Nacht bezahlt, hatte dafür aber meist "Luxuszimmer" für meine Verhältnisse. In Rajbag lag der günstige Preis für mein Zimmer allerdings auch daran, dass ich es "Langzeit" (3 Wochen) am Stück gemietet hatte. Nur in Istanbul und Anjuna war ich in 
Gemeinschaftszimmern, sonst immer einzeln. 


Für Verpflegung mehr, als 10,- € am Tag in Indien auszugeben, ist kaum möglich und nur dann, wenn man viel Bier und Cocktails in Bars konsumiert. 



Sonntag, 28. Dezember 2025

Marokko 🇲🇦 und Andorra 🇦🇩 - Backpacking Dezember 2025


Im Dezember soll es nach Marokko gehen. Erstens hoffe ich, dass es dort warm ist und zweitens dem ganzen (Vor-)Weihnachtstress zu entgehen. 
Da Marokko nicht sooo weit weg ist, habe ich mir die Challenge gestellt, ohne Flugzeug hin und zurück zu kommen. Na und wenn ich schonmal über Land und Wasser dorthin unterwegs bin, kann ich ja auch noch einen Länderpunkt in Andorra mitnehmen. Da das allerdings hoch in den Bergen liegt, ist es gar nicht so leicht, dorthin zu kommen. Im übrigen habe ich es tunlichst vermieden, zu schauen, ob bzw. wie viel Geld ich mit Flugzeug gespart hätte. 
Ach so: mein Fahrrad lasse ich diesmal übrigens zu Hause und reise mit Rucksack und nutze nur Züge, Busse und Fähren.

30.11. - 2.12.2025 Berlin - Freiburg - Toulouse 🇫🇷 - Andorra la Vella 🇦🇩 
 
Sonntagabend 23:00 ging es mit ICE vom Berliner Ostbahnhof los nach Freiburg, wo ich pünktlich 8:00 ankam. Bisschen Sightseeing und weiter 17 Stunden mit Flixbus nach Toulouse. Inklusive ausführlicher Zollkontrolle bei der Einreise nach Frankreich aus der Schweiz. So richtig mit alle Gepäckstücke aller Fahrgäste durchwühlen. Toulouse auch ein bisschen im Morgengrauen angucken und dann nochmal 3,5 Stunden mit Andbus hoch in die Pyrenäen nach Andorra.

02.12.2025 Andorra la Vella - Arinsal
 
Nachdem ich im April in Liechtenstein und im Oktober in San Marino, Vatikan und Monaco war, bin ich heute in den fünften Mikrostaat Andorra eingereist und habe damit das letzte Land auf dem europäischen Festland abgehakt. 🎉 Alle besucht. Nur die 2 Inseln Malta und Island fehlen mir in Europa noch.

03.12.2025 Arinsal 🇦🇩
 
Im Vergleich zu den anderen europäischen Mikrostaaten ist Andorra riiiiesig. 
Halb so groß, wie Berlin. Das ist immerhin 1/5 Saarland (bzw. Luxemburg bzw. Uckermark). 
230 x so groß, wie Monaco und immer noch 7,5 x so groß, wie San Marino. 
Beim Hostel auf 1450 m.ü.NN lag Null Schnee, 200 m höher sah das ganz anders aus, aber insgesamt 750 m sollte es in die Höhe gehen. Für diese 3,5 km hab ich über 2 Stunden gebraucht. Anstiege bis 39 % 🥵.
Immerhin konnte ich mich an Spuren im Schnee besser orientieren, als an den Markierungen (gelber Punkt), die teilweise im Schnee nicht zu sehen waren. Blöderweise haben fast alle ne wesentlich größere Schrittlänge, als ich, so dass ich meist nicht in den Spuren laufen konnte.
Morgen geht's dann endlich wirklich in's 17 Grad warme Barcelona.

04.12.2025 Arinsal - Barcelona 🇪🇸
 
Morgens habe ich erstmal einen ordentlichen Schreck bekommen. Da es täglich viele Busse von Andorra nach Barcelona gibt, dachte ich, ich könnte spontan gucken, welchen ich nehme. Also morgens nach dem Frühstück die Flixbus-App geöffnet und: alle Busse des Tages ausgebucht 😳.
Zum Glück gibt es noch andere Busgesellschaften und Alsa-Bus hatte noch Plätze frei. Laut deren Buchungsplattform hätte ich übrigens auch ein Fahrrad dazu buchen können. Von Frankreich aus, wäre das definitiv nicht möglich gewesen, da von dort nur Kleinbusse nach Andorra fahren.
Krasse Stadt, dieses Barcelona:
Strand und Meer, neues Zeug, altes Zeug ohne Ende. Und, dass mich wirklich mal ne katholische Kirche begeistern kann, hätte ich wirklich nie gedacht. Cooler Typ, dieser Gaudi. Da kann der Bau der Kirche schon auch mal über 150 Jahre dauern. 
Ne gute alternative Szene mit wilder Vergangenheit gibt es auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Can_Vies
Naja und sogar Fußball.

05.12.2025 Barcelona 
 
Heute früh war ich schon wieder am durchdrehen: Meine Fährgesellschaft nach Marokko hat mir in Barcelona nur den Ort genannt, wo Autos einchecken. Und ich musste mich damit rumschlagen, heraus zu finden, wo Fußgänger einchecken und wann und wie ich da morgen früh hinkomme 🙄.
Und noch schlimmer, in Tanger habe ich ein Hostel direkt am Hafen gebucht. Und jetzt rausgefunden, dass ich an 'nem anderen Hafen ankomme, der 50 km entfernt ist. Google behauptet, man kommt von dort nicht nach Tanger, außer mit Taxis und schlägt mir mit Öffis vor, über Spanien vom Hafen zur Unterkunft zu fahren 🥴.
Und dabei wollte ich doch heute Barcelona anschauen und mich nicht mit sowas rum schlagen 🥺.
OK, hätte ich mich auch mal früher drum kümmern können. 
Immerhin hab ich mir 'nen (Schrott-)Fahrrad für 9,- € direkt im Hostel ausleihen können, um in Barcelona voran zu kommen. 34 km bin ich damit durch Barcelona gefahren.
 
Fahrrad Infrastruktur gibt es viel. Vieles ist gut, manches gut gemeint, manches ziemlich gewöhnungsbedürftig. Fühlt sich für mich seltsam an, wenn die Radwege in beide Richtungen in der Mitte der Straße sind (war in Italien auch öfter so) oder in Einbahnstraßen gerne auch mal links von den anderen Fahrzeugen. Eigentlich gut, wenn die Wege konsequent vom anderen Verkehr getrennt sind, oft sind die dann aber zu eng zum überholen. 
Ansonsten ist mir noch eingefallen, dass Barcelona ja der Erfinder der Superblocks ist, die in Berlin als Kiezblocks kräftig im Kommen und geliebt und gehasst sind.

06.12.2025 Fähre Barcelona - Tanger 🇲🇦
 
5:00 sollte Check-In bei der Fähre sein, also war ich ganz deutsch 5:30 am Hafen. In Spanien scheint das aber zu bedeuten, dass vor 6:00 trotzdem niemand arbeitet. Außer mir war nur eine einzige weitere Person ohne Fahrzeug dort und irgendwann wurde ich doch nervös, als nichts vorwärts ging. 30 Minuten vor Abfahrt wurden wir dann aber doch durch die Sicherheitskontrollen geschleust. 
Aus irgendeiner Eingebung heraus hatte ich diesmal sogar ein Bett in einer 4-Personen-Kabine gebucht und das war auch gut so. 

07.12.2025 Tanger
 
29 Stunden Fährfahrt nach Tanger gingen schnell rum. Ankunft war Sonntag schon 14:00 statt 17:00 und das war auch gut so. Schließlich hat die Passkontrolle 1 Stunde gedauert und bis ich vom Hafen am Hostel war nochmal über 3 Stunden (40 Minuten Bus suchen und warten, 2:00 Busfahrt, 30 Minuten laufen und suchen).
Im Hostel konnte ich mich gut mit anderen Reisenden vernetzen und viele Tipps bekommen wo man gut hinfahren kann und wie man dort hin kommt. Allerdings war das Hostel direkt in der Altstadt. Menschenmassen und aufdringliche Einheimische, die einem alle möglichen Dinge und Dienstleistungen verkaufen wollen sind jetzt nicht so meine Favoriten. 

08.12.2025 Tanger
 
20 km bin ich heute durch Tanger gelaufen. Vor allem zum und am Strand. Dafür bin ich ja schließlich her gefahren: um das warme Wetter am Meer zu genießen. 

09.12.2025 Tahardat
 
Heute bin ich 30 km aus der Stadt raus zu 'nem Campingplatz am Atlantik gefahren und kann mich von der Großstadt und dem Kulturschock erstmal erholen. Hier bleibe ich jetzt noch mindestens einen ganzen weiteren Tag. Ich habe mir sogar einen Bungalow gegönnt und gerade festgestellt, dass es das erste Mal nach 9 Nächten ist, dass ich mir das Zimmer/das Zugabteil/die Schiffskabine/den Nachtbus mit niemandem teile.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle habe ich dann endlich auch mal das richtige untoristische Tanger entdeckt. Wie man es früher ohne Google Maps oder ähnlichem überhaupt geschafft hat herauszufinden, wo die Vorortbusse losfahren, ist mir ein Rätsel. 
Da nicht klar war, wann der Bus überhaupt fährt, habe ich mich auch überreden lassen, ein Sammeltransport (aka Dolmuš, aka Marschrutka) zu nutzen. Erst wenn alle 18 Plätze besetzt sind, wird losgefahren. Unterwegs steigen aber nochmal mindestens genauso viele Leute zu. Ne Fahrt mit dem normalen Bus wäre vermutlich also gemütlicher gewesen.

10.12.2025 Tahardat
1 km vom Campingplatz entfernt ist ein kleiner Laden, wo ich gestern Nachmittag Cola und Snacks gekauft hatte. Also wollte ich dort heute früh Frühstück kaufen gehen. Aber er hatte leider zu. Nachmittags bin ich nochmal hin gelaufen. Immer noch zu. Da es den ganzen Tag stark bewölkt war und teilweise sogar regnete, hatte ich nichts anderes zu tun und bin gegen 16:00 nochmal hin. Und siehe da: jetzt hatte er offen. So komme ich auch auf 6 km "Wanderung". 

11.12.2025 Tahardat - Chefchaouen 
 
Chefchaouen ist wohl so ein Instagram Phänomen. Erst so richtig berühmt, seit hier Influencer rumhängen. Um vom Campingplatz hierher zu kommen, musste ich erst wieder 30 km nach Tanger rein und zudem noch an's andere Ende der Stadt. Da ich nur einen einzigen Bus am Tag gefunden hatte, der 12:00 ab Tanger hier her fährt, hatte ich eigentlich wenig Hoffnung, den zu schaffen. Mein Plan B war, mich am Busbahnhof einfach überraschen zu lassen, wo der nächste Fernbus hin fährt und dann dorthin zu fahren. 
Aber irgendwie hatte ich zügig gepackt und kaum stand ich an der Nationalstraße 1 kam schon ein Sammeltransport. Google Maps zeigte mir irgendwo einen Stadtbus zum Busbahnhof, der unsere Route kreuzen sollte, also stieg ich auf gut Glück an dieser Kreuzung aus. Und tatsächlich kam wieder nach nur 1 Minuten jener Bus und ich war sogar fast 1 Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof. 2 1/2 Stunden später war ich dann hier im Rif-Gebirge.
In dem ganzen Bus waren übrigens ausschließlich Touristen, die für mich europäisch oder amerikanisch aussahen. Keine Einheimischen. In der Stadt ist dann aber doch alles voller arabisch aussehender Touristen. Das Hostel ist auch wieder mitten in der Altstadt und hat wieder 'ne coole Dachterrasse. Die einheimischen Verkäufer sind hier aber deutlich entspannter, als in Tanger und lassen einen tatsächlich nach einem sehr kurzen Gespräch weiter ziehen, ohne weiter zu nerven. Ich wollte mir auch angewöhnen, zu behaupten, dass ich aus Tschechien komme, in der Hoffnung, dass niemand weiß, wo das liegt. Aber gleich der Zweite, dem ich das weis machen wollte, antworte mir auf tschechisch, dass es da hezké holky (hübsche Mädchen) gäbe.

12.12.2025 Chefchaouen 
 
Frühs bin ich erstmal zum Busbahnhof gelaufen, um mir ein Ticket für morgen nach Fes zu kaufen. Dabei bin ich extra viele Umwege gegangen, um mal andere Teile der Stadt zu sehen. 
Danach ging es auf einen Berg, von wo ich einen guten Blick auf die Stadt und das dahinter liegende Rif-Gebirge hatte. Gerade, als ich oben war, fand das Freitagsgebet statt und der Ruf unzähliger Muhezzin schallte lange durch die Berge. Sonst scheinen die Moscheen eher mäßig besucht zu werden, aber zum Freitagsgebet war das nochmal anders. Da war die ganze Stadt auf den Beinen in die Moschee. 

13.12.2025 Chefchaouen - Fes
 
Morgens bin ich früh raus, weil 10:15 mein Bus nach Fes fuhr. Vor 9:00 geht hier generell gar nichts. Zwar ist Marokko eigentlich auf einem Längengrad, der 2 Zeitzonen weiter wäre, hat aber trotzdem die gleiche Zeit, wie Berlin. Also verschiebt sich das Leben einfach 2 Stunden nach hinten, ohne dass die Zeit umgestellt wird.
Für knapp 200 km hat der Bus 5 Stunden gebraucht und die Landschaft wird schon deutlich karger. Man kommt der Wüste langsam näher. Ich hatte mich schon gefreut, dass das Hostel in der Nähe des Busbahnhofes ist, aber Fes hat "natürlich" 3 Busbahnhöfe und der, wo ich ankam war weit weg. 🙄 Meine morgige Weiterreise startet nochmal von woanders, aber dort musste ich erstmal hin, um Bustickets zu kaufen.
Auf dem Weg zum Hostel bin ich dann auch "endlich" mal abgezogen worden. Ich hab extra kein Taxi genommen, sondern 30 Minuten auf den Stadtbus gewartet, der mich in die Nähe des Hostels bringen sollte. Von dort war es allerdings noch 1 km Fußweg durch die verwinkelte undurchsichtige Altstadt. Weder gibt es dort genaues GPS, noch ist Google Maps dort überhaupt eine Hilfe. Also hat sich mir gleich wieder ein "Guide" aufgedrängt. Dass der nicht kostenlos ist, war mir klar. Aber kurz vorm Hostel hat er extra noch ein paar Umwege durch extra enge und menschenleere Gassen eingelegt und dort plötzlich 30,- € für seine Dienste verlangt 😱. Auf 10,- € hab ich ihn immerhin runter handeln können. Passiert mir nicht nochmal. Rückzu nehm ich lieber nen Taxi. Teurer kann das auch nicht sein. Eigentlich stand Fes sowieso nicht auf meiner Liste, aber da ich hier sowieso umsteigen musste, dachte ich, es wäre Frevel mir die Stadt dann nicht wenigstens anzuschauen.

14.12.2025 Fes
 
Heute in Fes war deutlich entspannter. 1. Blicke ich inzwischen ein bisschen im Gewirr der Altstadt durch. 2. Bin ich viel aus der Altstadt raus und hab sie mir von oben angeschaut und ruhigere Viertel. Trotzdem hab ich von großen Städten erstmal genug und überlege, alle anderen "wichtigen" Städte Maroccos zu skippen. Heute Nacht geht's erstmal Richtung Wüste und danach wieder an's Meer, ist der derzeitige Plan.

15.12.2025 Erg Chebbi
 
Ich glaube, das war heute einer der intensivsten, überwältigendensten Tage, die ich je erlebt habe. Das lässt sich auf Bildern alles gar nicht darstellen.
Ich bin so froh, dass ich hier 'nen ganzen Tag und 'ne ganze Nacht in der Wüste und dann nochmal genauso lange im Ort direkt am Rand der Wüste entspannen und alles auf mich wirken lassen kann, da ich mit normalen Linienbussen hierher gekommen bin und weiter fahre und nicht von Fes 'ne 3-Tages-Tour gebucht habe, wo man Abends hier ankommt und am nächsten Morgen schnell weiter zum nächsten Ort fährt. 
Ich hatte bei Sahara irgendwie immer ein Bild vor mir, wo Reisende auf der Straße von Marokko durch das "Land-dessen-Namen-man-hier-nicht-nennen-darf" Richtung Mauretanien unterwegs sind. Endlose flache trockene Weite, wo feinkörniger Sand ständig die Fahrbahn verweht und hin und wieder mal ne Düne am Rand ist.
Hier bei Merzouga ist der Sand total fest, manchmal eher lehmig. Noch dazu hat es die letzten 2 Tage ordentlich geregnet und der Sand kann das Wasser nicht aufnehmen. Und Dünen überall. Bei 'ner 2 km Wanderung heute früh hatte ich gleich mal 120 Höhenmeter. Ständig ging es auf und ab. Dahinter beginnt dann ein flacher Teil, dessen Boden eher, wie Schotter ist. 
Arschloch-move des Tages: wenn ich es richtig verstanden habe, war zwar die 6 km Anreise von der Bushaltestelle zum Wüstencamp inklusive. Wenn ich allerdings nicht die Wüstentour für 70,- € buche, bei der die Abreise inklusive ist, soll ich für die Fahrt zurück in den Ort 30,- € zahlen 🖕.
Pfff, 'nen 5-km Marsch mit Gepäck durch die Wüste krieg ich morgen auch so noch hin. 
Müllfoto gibt's auch wieder. 
Und Fußspuren bin ich heute auch wieder gefolgt. Diesmal im Sand statt im Schnee und meinen eigenen, um wieder sicher zurück in's Lager zu finden.

16.12.2025 Merzouga 
 
Morgens hab ich erstmal wieder über 'ne Stunde den Sonnenaufgang in der Wüste genossen. Hat wirklich was mystisches. 
Dann ging es entlang der Autospuren mit Gepäck 4 km zu Fuß zum nächsten Ort Merzouga. War auch viel besser, die Strecke durch die Dünen noch einmal in Ruhe zu genießen, als da mit Auto durch zu heizen. 
Überraschung: das gebuchte Hostel im Ort gab es gar nicht. Angeblich war die Decke undicht und wegen des Regens der letzten Tage das Zimmer unbewohnbar. Ist klar. Aber mir wurde immerhin eine andere Ferienwohnung vermittelt. 
Als nächstes bin ich noch zu 'nem See in der Nähe gelaufen, der nur nach Regen existiert und sonst trocken ist. Dort habe ich dann auch Deutsche enttarnt, trotzdem sie sich mit Mietwagen mit marokkanischem Kennzeichen getarnt hatten. Vielleicht fahre ich morgen mit denen ein Stück mit, denn wegen Schnee im Atlasgebirge kam der Bus heute nicht hierher durch und dementsprechend existiert morgen keiner, der in meine Richtung fährt. Das ist wohl gerade das krasseste Wetter seit vielen Jahren. Am Meer gab es auch Überschwemmungen mit 40 Toten. Aber hier hinter dem Atlasgebirge ist alles gut. Zur Not bleibe ich einfach noch ein paar Tage länger irgendwo, bevor ich zur Küste fahre. Zum Glück habe ich ja Zeit.

17.12.2025 Tinghir 
 
Tinghir stand eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Da es in den Bergen geschneit hat (wohl das erste Mal seit 10 Jahren) kam der Linienbus von Marrakesch in die Wüste gestern nicht durch und dementsprechend gab es heute keinen Bus aus der Wüste raus. Aber ich hab 'ne Mitfahrgelegenheit hierher gefunden und von hier fahren verschiedene Linienbusse Richtung Atlantik südlich an den Bergen vorbei. 
Tinghir ist endlich mal 'ne normale kleine Stadt. Außer mir hab ich hier keinen weiteren Touri gesehen, der aussieht, als würde er aus Europa Asien oder Amerika kommen. Statt Sandwüste gibt es jetzt seit 150 km Steinwüste. Ein (räudiges) Zimmer im Hotel kostet hier 5,- € / Nacht und da kaum jemand weiter hier ist, habe ich vom gebuchten Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad ein Upgrade auf Doppelzimmer mit eigenem Bad bekommen. Essen im Restaurant kostet ebenfalls 5,- €. Also finanziell könnte man hier eine Weile überleben. 
Ansonsten habe ich heute nach Jahrzehnten auf einmal den Clash Song "Rock the Casbah" (=arabische Burg oder Festung) verstanden.

18.12.2025 Ouarzazate 
 
Morgens ging es 3 Stunden mit dem Bus immer entlang eines fruchtbaren malerischen Tales durch die Wüste nach Ouarzazate. 
Die ganze Stadt wirkt, wie eine Filmkulisse. Ist sie irgendwie auch. "Game of Thrones", "Asterix und Kleopatra", etliche Jesus Filme, "Gladiator", "die Päpstin" und viele andere wurden hier gedreht. 
Abends stand dann noch das Finale im FIFA Arabien Cup mit Marokko - Jordanien an. Nach dem 3:2 Sieg nach Verlängerung war noch ziemlich lange Party in den Straßen. 
Im Hostel habe ich mal wieder einen 4-Bett-Schlafsaal ganz für mich alleine. Gefühlt habe ich das ganze Hostel für mich alleine. Für 5,50 €. Allerdings gibt es keine Heizung und draußen soll es nachts bis auf Null Grad runter gehen 🥶.

19.12.2025 Ouarzazate - Agadir
 
Da mein Bus nach Agadir erst 12:00 fuhr, konnte ich mal wieder richtig ausschlafen. Noch ein bisschen durch die Stadt schlendern und dann wieder 7 Stunden Bus fahren entlang eines fruchtbaren Flusslaufes durch die Wüste und Steppe Richtung Atlantik. 
Wie immer gab es zwischendurch eine Mittagspause. Leider verstehe ich die Ansagen immer nicht und weiß daher nicht, wie lange sie dauert und ob man es schafft, sich was zu Essen zu holen. Aber es scheinen wohl immer ca. 30 Minuten zu sein. Irgendwann startet der Bus dann den Motor und es wird Zeit, fertig zu werden und zu bezahlen. 2 x Hupen heißt "Boarding" und weiter geht's. 
Im Bus waren auch 2 Radfahrer, die meinten, dass die Fahrradmitnahme als Gepäck im CTS-Bus bisher immer problemlos funktionierte. Ich hatte ja auch überlegt, mein Fahrrad mitzunehmen, mich aber dagegen entschieden, weil ich nicht wusste, ob man es im Bus mitnehmen kann. 
Im übrigen hätte ich das eine Fahrrad haben können, da die Besitzerin es nicht wieder mit Flugzeug zurück nach Deutschland nehmen wollte. Leider wäre es erst nächste Woche soweit gewesen und da ist es zu spät für mich. 
Gepäck bekommt hier im Bus übrigens immer einen Gepäckanhänger und man bekommt es am Zielort nur mit dem dazugehörigen Ticket ausgehändigt. So kann im Gegensatz zu Flixbus nichts vertauscht werden oder "verloren gehen".

20.12.2025 Taghazout 
 
Agadir ist riesig und weitläufig, weil es nach einem Erdbeben 1960 in die Breite statt in die Höhe neu aufgebaut wurde. Also sind alle Wege weit. Mein Hostel war eher in einem Vorort. Öffentliche Busse fahren irgendwo irgendwann.
Morgens bin ich erstmal 45 Minuten zu 'ner Bushaltestelle gelaufen. Zu einem Bus, der mich zur Bushaltestelle bringen sollte, von wo der Bus zu "meinem" Strand fahren sollte. Auf den habe ich dann 1 geschlagene Stunde vergeblich gewartet, um dann am Ende doch ein Sammeltaxi zu nehmen, welches mich überraschenderweise für 20 km einen ganzen Euro gekostet hat. Naja, fast: 0,94 €. Als der Fahrer "zehn" meinte, dachte ich, 10 Euro und auch das wäre ok gewesen. Waren aber tatsächlich nur 10 Dirham.
Und jetzt bin ich in Taghazout, welches *der* Surferstrand Marokkos ist. Also alles voll mit hippen Europäern und Amerikanern hier. So ziemlich alle jünger, als ich. Auf einen Einheimischen kommen mindestens 10 "Weiße". Krasser Kontrast zu den letzten Tagen. 3,5 m hohe Wellen, 19°C Luft, 16°C Wasser. Auch krasser Gegensatz zu den letzten Tagen. 
Tagsüber wird gesurft, abends trifft sich das Touri- und Traveller Volk oben auf 'nem Berg wo es einen Wohnmobil-Stellplatz und 'ne Skaterrampe gibt 
2 Tage wollte ich sowieso hier bleiben und habe jetzt gleich spontan noch auf 3 verlängert, bevor es über Marrakesch zurück nach Tanger und von dort über Marseille nach Berlin geht.

21.12.2025 Taghazout 🏄‍♂️ 
 
Ausschlafen, Wäsche waschen, frühstücken, zum Strand gehen, Surfbrett ausleihen. 
Ich stand noch nie auf so einem Brett. Auch heute habe ich es im flachen Wasser höchstens mal geschafft, mich hin zu knien. Aber selbst darauf liegend auf 'ner Welle zu reiten fand ich schon krass. 
Heute Abend ist Eröffnungsspiel des FIFA Africa Cups Marokko - Komoren in Rabat und sicher gibt es wieder irgendwo Public Viewing.
Wie gesagt, ist Taghazout ein sehr unmarrokanischer Ort mit mindestens 10 x mehr Touris als Einheimischen (und dabei ist gerade gar keine Saison). Und ein Touri ist hipper als der andere. Trotzdem sind mir diese weltoffenen Hipster, die hier her kommen 1000 x lieber, als die Touris, die sich in ihren Hotelburgen verkriechen oder gar die dauernörgelnden Deutschen, die überhaupt nicht über den Tellerrand schauen. 
Und was mir noch aufgefallen ist: daher dass hier in Taghazout die "westlichen" Touris eh "das Sagen haben", gelten hier islamische Traditionen nicht viel. Das machen sich besonders marokkanische Frauen und Pärchen zu nutze und genießen hier Freiheiten, die sonst fast nirgends in Marokko üblich sind, wie öffentliches Händchen halten oder küssen. Kopftücher bei jungen Frauen sind hier auch deutlich seltener als sonst wo. Nur offen homosexuelle Paare sieht man dann doch nicht. So weit geht die Freiheit auch hier nicht.

22.12.2025 Taghazout 
 
Morgens wie immer auf der Terrasse mit Blick aufs Meer gefrühstückt und dann wieder runter an der Strand. Wieder Surfboard ausleihen, probieren, reinfallen, weiter probieren, Spaß haben bis die Wellen zu hoch wurden. 
Schick Couscous essen gehen, Sonnenuntergang beobachten. Ich kann mir echt gut vorstellen, hier öfter Weihnachten und/oder Neujahr zu verbringen. 
Mein Zimmer teilen ich mir hier übrigens mit 2 britischen Rentnern, die hier jeweils mehrere Monate den Winter überbrücken. 
 

23.12.2025 Taghazout - Marrakesch 
In so einem kleinen Ort, wie Taghazout gibt es zum Glück nur einen Platz, wo alle Busse und Taxis starten. Jetzt hieß es nur noch, auf das richtige "Pferd" zu setzen, da ja alle erst losfahren, wenn sie voll besetzt sind. Wenn man Pech hat, kann das auch bis zu einer Stunde dauern, weil morgens irgendwie alle nur aus Agadir hier raus kommen, aber niemand um die Uhrzeit zurück in die Stadt will. Zum Glück habe ich mich nicht vom erstbesten überreden lassen und nach nur 10 Minuten ging es los.
Der Busbahnhof in Agadir, an dem wir ankamen, war natürlich wieder 3 km von dem entfernt, wo die Busse nach Marrakesch abfuhren. Trotzdem war ich dort dann mehr als 2 Stunden zu früh, aber es war problemlos möglich, mein Ticket für einen früheren Bus umzutauschen und so bin ich schon 2 Stunden früher in Marrakesch. 
 
Selbst auf der gerade einmal 3:45 Stunden dauernden Fahrt gab es die obligatorische 30 Minuten Mittagspause.
Eigentlich hatte ich ja die Schnauze voll von Städten, aber nach über 1 Woche in Wüste und Kleinstädten fühle ich mich bereit für 24 Stunden Marrakesch und ich habe diesmal auch sehr genau drauf geachtet, dass mein Hostel nicht in der Altstadt, sondern in Bahnhofsnähe ist. Bisher finde ich es hier sogar weniger stressig, als in Fes oder Tanger.

Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass der FIFA Africa Cup gerade in Marokko stattfindet? Ist ganz cool, dass überall auch viele Touristen aus ganz Afrika hier sind. 

24.12.2025 Marrakesch 

Heute früh die worst-case-Nachricht per WhatsApp und Mail: meine Tanger - Marseille Fähre am 27.12. wurde wegen Wetter komplett gecancelt. Die nächste geht erst 3 Tage später. Nach den vorherigen 3 morgendlichen Schockmomenten (Flixbus Andorra - Barcelona ausverkauft; gemerkt, dass der Hafen Tanger Med irgendwo im nirgendwo ist; alle Busse aus Merzouga gecancelt) ist das wirklich die Steigerung. Wahrscheinlich sollten mich die anderen 3 nur auf das vorbereiten.
Ich bin erstaunt über mich selbst, wie ruhig ich das aufnehme. 
Aber es gibt halt günstige Flüge von Marrakesch und Agadir direkt nach Berlin. 
"Allah" will also, dass ich Weihnachten unbedingt am Meer in 'ner Kleinstadt verbringe, statt im Zug und in Tanger. Dass ich noch 1 Tag mehr in Marokko habe und trotzdem 2 Tage früher zu Hause bin. Nicht die schlechteste Fügung. Ich hab's versucht, ohne zu fliegen. Es sollte nicht sein.
Also hab ich "schnell" mal 1 Flug nach Berlin gebucht, Ticket nach Tanger in Ticket nach Essaouira umgetauscht, Unterkunft Tanger gecancelt, Unterkunft Essaouira gebucht, Flixbus Marseille - Berlin gecancelt. 
Jetzt hab ich also doch noch rausgefunden, dass Fliegen ziemlich genau die Hälfte kostet, im Vergleich zu Fähre+Bus+Bahn. Und das, wenn man relativ spontan bucht. Und als Fluggast würde man noch ordentlich Entschädigung bekommen in so einem Fall. Bei der Fähre nicht. Bei Flixbus und dem Zug nach Tanger bekomme ich nur jeweils rund 50 % Rückerstattung und bleibe auf den restlichen Kosten sitzen.
 
Na dann wieder ab an den Strand!

25.12.2025 Essaouira 

Weihnachten hat hier wirklich gar keine Bedeutung. Gestern, heute, morgen sind ganz normale Tage, wie sonst auch. Vielleicht 2 oder 3 x wurde mir auf der Straße oder im Hostel "Happy Christmas" oder "Happy Holiday" gewünscht. Genau richtig für mich. Ich bin dem ganzem Weihnachts- und Vorweihnachtsstress wirklich gut entkommen. Nicht 1 x ge-Whamt worden. Überhaupt wurde ich lediglich 1 x am Busbahnhof in Andorra mit Weihnachtsmusik belästigt. 
Und auch wenn es seit Jahrzehnten der kälteste Winter in Marokko ist, war es immer noch warm genug für mich. Und 10 Sonnenstunden am Tag sind auch nicht zu verachten. Hat mir gut getan. Das schreit irgendwie nach Wiederholung. 
 
Essaouira ist die entspannteste Touristadt Marokkos, in der ich war. Man kann stehenbleiben und sich Sachen anschauen ohne penetrant angequatscht zu werden.
Im Vergleich zu Taghazout ist es viel größer und es sind weniger Touris pro Einwohner. Allerdings statt Backpacker meist Pauschaltouristen. Tagsüber ist auch alles voll mit geführten Gruppen von Tagestouristen aus Marrakesch und von Kreuzfahrtschiffen. 
Direkt gegenüber des Hostels ist der Handwerksladen einer Frauenkopperative und ein dazugehöriges Restaurant. Aber, um Leute in Laden und Restaurant zu locken braucht es dann doch einen Mann, da Frauen keine anderen Männer anquatschen dürfen 🙄.
Ansonsten habe ich im Hostel mal wieder ein 4-Bett-Gemeinschaftszimmer für mich ganz alleine. 

26.12.2025 Essaouira 
 
Nach 'nem ausgiebigen Frühstück mal zum Busbahnhof schlendern (natürlich ein anderer, als der an dem ich angekommen bin) und gucken, was es so für Möglichkeiten gibt, morgen zurück nach Marrakesch zu kommen. Tatsächlich fahren viiiiel mehr Busse dorthin, als man im Internet findet. Zudem sieht man auf dem Weg dorthin auch die "untoristischen" Viertel der Stadt.
Nochmal zum Strand. Aber heute bewölkt und windig. Also nix mit baden ☹️.
Und dann gab es wieder 4 Spiele im Africa Cup, die man beim Public Viewing verfolgen konnte, unter anderem Marokko - Mali am Abend, wo mächtig was los war. Inklusive Bands vor dem Spiel und in der Halbzeitpause.
 
27.12.2025 Essaouira - Marrakesch 
 
Nachts und morgens fiel heftiger Regen. Viele Straßen sind überschwemmt, weil Müll die Gullis verstopft. Zwischen zwei Regenhuschen bin ich schnell zum Busbahnhof und hab den erstbesten Bus nach Marrakesch genommen. Das ganze Großstadtchaos dort gepaart mit Regen hat mich nochmal mächtig Nerven gekostet. Nach dem einchecken im Hostel bin ich nochmal raus, um rauszufinden, wo morgen Busse zum Flughafen fahren. Aber es gibt 4 verschiedene, die von 4 verschiedenen Orten fahren, allerdings alle höchstens alle 30 Minuten. Da bin ich ja fast zum Flughafen gelaufen. Sind auch nur 5 km. 

28.12.2025 Flug Marrakesch - Berlin
 
Wie erwartet hat die Fahrt mit Öffis zum Flughafen länger gedauert, als wenn ich die 5 km gelaufen wäre, aber da es wieder mal anfing stark zu regnen, habe ich das vorgezogen. 15 Minuten zur Haltestelle laufen, 25 Minuten auf den Bus warten, 40 Minuten Busfahrt (und das ohne Stau am Sonntag morgen). Die mir angebotenen Kosten für eine Taxifahrt schienen mir unangebracht hoch. Davon kaufe ich lieber auf'm Flughafen noch einen Abschieds-Shawarma. 
Vorher war noch großes Umpacken angesagt. Aufgabegepäck musste sicher unter 10 kg sein, Boardgepäck egal, wie schwer, aber unter 40x30x20 cm. Also alles was schwer aber klein ist, in den Faltrucksack packen. Dafür kann man bestimmt mathematische Formeln gut nutzen, wo man Extremstellen ausrechnet, oder? Jemand Ideen? 
Zum Glück hatte ich Fahrrad und Zelt ja zu Hause gelassen, also war das eigentlich gar kein Problem. Am Ende habe ich nur 8 kg aufgegeben. Und da waren schon Einkäufe mit drin. 

Next stop: Goa 🇮🇳 im Februar 

Fazit
 
Marokko ist voll vielfältig. Mein Plan am Atlantik und in der Wüste zu chillen ist voll aufgegangen. Dazu noch kleine Städte, wie Chefchaouen, Tinghir, Ouarzazate, Essaouira. Atlasgebirge habe ich mir aufgrund des Schneechaos' geklemmt. Fan von großen Städten werde ich sicher nicht. Die waren mir zu voll und chaotisch. Aber Fes, Tanger, Marrakesch habe ich zumindest mit "abgehakt". 
Insgesamt habe ich mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt. Die eine Situation in Fes war zwar ziemlich mulmig, aber sowohl ich, als auch der Abzocker wussten, dass er massiv Ärger mit der Polizei bekommt, wenn er gewalttätig geworden wäre. 
Allerdings, wenn ich die Reise nochmal machen würde, würde ich tatsächlich Fes zugunsten zu Meknes auslassen. Darüber habe ich nur gutes gehört und es liegt in der Nähe. Man könnte es also gut tauschen. 
Selbst über Diebstahl habe ich mir nach anfänglichen Bedenken keine Sorgen gemacht. Vielleicht hat das was mit der Religion zu tun, dass nicht geklaut wird? Jedenfalls habe ich mich in Bezug auf Taschendiebe sicherer gefühlt, als in Berlin oder Prag. 
Insgesamt ist das ganze Land sehr touristisch. Das macht vieles leichter, da man auf Rucksacktouristen überall eingestellt ist. Auch alleinreisende europäische und amerikanische Frauen sind völlig selbstverständlich und werden respektvoll behandelt. 
Französisch Sprachkenntnisse würden vieles erleichtern, aber mit Englisch kommt man auch ziemlich weit. 
Für Übernachtungen habe ich 320,- € ausgegeben. In 28 Nächten wären das im Schnitt 11,50 €/Nacht. Allerdings habe ich 
4 x im Zug (1x), Bus (2x) oder auf der Fähre (1 x) übernachtet. 320,- € auf die übrigen 24 Nächte wären dann 13,33 € / Nacht im Schnitt. Von 5,- € in Tinghir und Ouarzazate bis 50,- € im Sahara-Camp (inkl. Dinner und Lunch) war alles dabei. Schätzungsweise die Hälfte der Nächte habe ich in Gemeinschaftszimmern in Hostels übernachtet, den Rest in Einzelzimmern. Zelt hatte ich auch zu Hause gelassen. In Tahardat war ich zwar auf einem Zeltplatz. Aber da es da viel geregnet hatte, war es besser, dass ich auch dort einen Bungalow gemietet hatte.
Bei Verpflegung bin ich diesmal deutlich unter 10,- € / Tag geblieben. Ca. 8,50 €. Einerseits benötige ich weniger, wenn ich nicht Rad fahre. Außerdem sind Lebensmittel (insbesondere im Imbiss bzw. Restaurant) deutlich preiswerter, als in Italien, im Baltikum oder gar in Skandinavien. 
Und für Alkohol habe ich ja auch 0,00 € ausgegeben. Gibt es in Marokko nur in europäischen Supermärktketten und das billigste Bier kostet im Angebot 2,-€ / 0,5 l.

Fahrtkosten waren insgesamt 530,08 €
 
   18,00 € Berlin - Freiburg ICE
   38,75 € Freiburg - Toulouse Flixbus
   37,00 € Toulouse - Arinsal Andbus
   32,80 € Arinsal - Barcelona Alsa Bus
   12,65 € Barcelona Fahrradmiete und Metro
 105,00 € Barcelona - Tanger Fähre
     2,20 € Tanger Stadtbusse
   10,50 € Tahardat - Chefchaouen CTM-Bus
   14,00 € Chefchaouen - Fes CTM-Bus
   19,00 € Fes - Merzouga Supratours-Bus
     0,00 € Merzouga - Tinghir Mitfahrgelegenheit 
     5,50 € Tinghir - Ouarzazate CTM-Bus 
   15,00 € Ouarzazate - Agadir CTM-Bus 
     1,50 € Agadir - Taghazout Bus & Sammeltaxi
   14,00 € Taghazout - Marrakesch Supratours-Bus
   10,40 € Marrakesch - Essaouira Bus
     8,50 € Essaouira - Marrakesch Bus
     3,00 € Marrakesch Flughafen Bus 19
 122,43 € Flug Marrakesch - Berlin Ryanair


Gecancelt:
   25,70 € Marrakesch - Tanger Nachtzug 1.Klasse (12,85 € Rückerstattung)
 125,36 € Tanger - Marseille Fähre
   54,00 € Marseille - Freiburg Flixbus (21,20 € Rückerstattung)
   39,00 € Freiburg - Berlin Flixtrain (26,60 € Rückerstattung)

Mit Kanu 🛶 und Rad 🚵 durch Mitteleuropa 🇨🇿 🇦🇹 🇸🇮 🇭🇷 🇭🇺 🇸🇰 - Juni 2026

Na gut, eine Reise hab ich dann doch noch (oder vielleicht auch noch 1-2 mehr).  Eigentlich wollte ich jetzt den Rest meines Sabbaticals...